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Im Inland angeklagt, im Ausland von der KP verteidigt

Bo Xilai in Kanada als Menschenrechts-Verletzer angeklagt

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Ein zweiter Prozess gegen Bo Xilai findet nächste Woche in Kanada statt. Dort geht es dann um seine eigentlichen Verbrechen.

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Während Bo Xilai in China einen Schauprozess erlebt, in dem das Urteil noch austeht, startet kommende Woche auf der anderen Seite des Erdballs ein weiterer Prozess gegen ihn.
Eine Kanadierin ist seit 8 Jahren durch die Instanzen gegangen, um Recht zu bekommen. Sie klagt Bo Xilai seiner Verbrechen gegen die Menschlichkeit an, die im Schauprozess der KP verschwiegen wurden. Bo Xilai gilt als ein Hauptdrahtzieher der Verfolgung von Falun Gong, jener buddhistischen Weisheitslehre, die das kommunistische Regime zunächst gefördert und 1999 verboten hat. Die Verhandlung findet in Abwesenheit Bo Xilais vor dem Ontario Superior Court in Toronto statt.
Mit dem nackten Leben aus China geflüchtet
Jin Rong ist Buchhalterin, Mutter und praktiziert selbst Falun Gong. Sie stammt aus  der chinesischen Provinz Liaoning und ist mittlerweile kanadische Staatsbürgerin. 2004 flüchtete sie aus dem Land, in dem sie zweimal wegen ihrer Überzeugungen inhaftiert und gefoltert worden war – zu einer Zeit, als Bo Xilai der Gouverneur ihrer Heimatprovinz war.
In Kanada wird Bo vom Regime verteidigt, das ihm in China den Prozess macht
Während Bo die kanadische Klage weder offiziell wahrgenommen noch kommentiert hat,unternahm das chinesische Konsulat von Toronto einiges zu seiner Verteidigung. Das Konsulat  betraute die „All China Lawyers Association“ (ACLA) mit dem Fall. Diese Anwaltsvereinigung gehört zum kommunistischen Regime und untersteht direkt dem chinesischen Justizministerium.
Im Ausland wird Bo Xilai demnach von derselben Behörde verteidigt, die ihm zu Hause den Prozess macht.
Die Argumente der Parteien
Die ACLA argumentiert, dass Bo die Immunität eines Politikers zugestanden werden solle, weil er zum Zeitpunkt der Verbrechen ein Regierungsamt bekleidet hätte.
Jin Rongs Anwälte halten dagegen, dass Bos Verbrechen mit der „Kampagne zur Auslöschung von Falun Gong“ zu tun haben. Und die wurde von der Kommunistischen Partei Chinas durchgeführt und nicht von Chinas Regierung als solcher, weshalb Verbrechen, die mit der Verfolgungskampagne zu tun hätten, nicht durch politische Immunität gedeckt seien.
Die Hölle auf Erden erlebt
Jin Rong wirft Bo Xilai vor, dass sie zweimal verhaftet und ins Arbeitslager gesperrt wurde, als er Bürgermeister von Dalian und sie eine Studentin der Universität von Dalian war.
Während der Haft durfte sie weder duschen, noch ihre Kleidung waschen oder Damenbinden benutzen. Sie bekam nur Reisbrei und Gurken zu essen und war gezwungen auf blankem Fließenboden zu schlafen. Außerdem musste sie täglich Zwangsarbeit verrichten, um Dekorationsartikel für den Export herzustellen.

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