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Mecker-Regelung hat sich bei EM bewährt

DFB führt „Kapitänsregelung“ in allen Spielklassen ein

Schiedsrichter, DFB und DFL haben gemeinsam entschieden, dass sich in allen deutschen Spielklassen künftig nur der Mannschaftskapitän an den Schiedsrichter wenden darf.

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Englands Kapitän Harry Kane (l) und Trainer Gareth Southgate nach der 1:2-Niederlage Englands gegen Spanien während des Endspiels der UEFA EURO 2024 am 14. Juli 2024 in Berlin, Deutschland.

Foto: Stu Forster/Getty Images

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Lesedauer: 2 Min.

Die bei der Fußball-EM eingeführte sogenannte „Kapitänsregelung“ soll künftig in allen deutschen Spielklassen gelten. Die Entscheidung sei gemeinsam von Schiedsrichtern, DFB und DFL getroffen worden, teilte der Verband am Dienstag mit.
Demnach gilt die Regel künftig sowohl in den drei Profiligen der Männer als auch in den Frauen-Bundesligen, sämtlichen Amateurspielklassen, allen Pokalwettbewerben und dem Jugendbereich.

Keine Pulks um die Schiris

Die Vorgabe besagt, dass sich nur noch die Spielführer beider Mannschaften bei den Unparteiischen über deren Entscheidungen beschweren dürfen. Bei Kommentaren oder Reaktionen anderer Spieler drohen schnell Gelbe Karten. Zeiten, in denen ein Pulk von Spielern auf den Referee einredet, sollen damit der Vergangenheit angehören.
Dass der Referee seine Sicht nur noch dem Kapitän erklärt, soll auch dafür sorgen, dass die Unterbrechungen verkürzt und die Netto-Spielzeit gesteigert wird.
Die Kapitäne sind zudem dafür verantwortlich, dass ihre Mitspieler die Unparteiischen respektieren, Abstand halten und sie nicht bedrängen. Ein Spieler, der die Rolle seines Kapitäns ignoriert, beim Referee reklamiert oder sich respektlos verhält, wird verwarnt.
Wenn der Torwart des Teams das Kapitänsamt innehat, wird vor dem Spiel ein Feldspieler bestimmt, der den Schiedsrichter ansprechen kann, falls sich am anderen Ende des Spielfeldes eine strittige Szene ereignet.

Einfach umsetzbar

Die Unparteiischen würden ihrerseits dazu ermutigt, sich im Dialog mit den Kapitänen auszutauschen, um eine „respektvolle Atmosphäre“ zwischen allen Parteien zu schaffen und eine „Vertrauensbasis“ zu den Spielern aufzubauen, hieß es.
„Die Einführung ist nicht nur sinnvoll und praxisgerecht, sie hilft auch dem Fußball bis an die Basis. Zudem ist sie sehr einfach umsetzbar, da es keinerlei regeltechnische Veränderungen braucht, sondern nur der Ablauf der Kommunikation zwischen dem Schiedsrichter und dem Kapitän klar definiert wird“, erklärte DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner. „Für alle Beteiligten gibt es zudem auch ein kurzes prägnantes Informationsblatt, damit alle auf demselben Sachstand sind.“
Die Mecker-Regel gilt künftig auch in den Europapokal-Wettbewerben. Bei der Fußball-EM hatte sie bewirkt, dass es deutlich weniger Diskussionen mit dem Schiedsrichter und Rudelbildungen gab. (dpa/dts/red)

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