Dekarbonisierung
Grüner Wasserstoff: Siemens Energy und Air Liquide eröffnen Gigafactory in Berlin
Berlin als neuer Knotenpunkt für grünen Wasserstoff: Während Siemens Energy und Air Liquide ihre Gigafactory eröffnen, bleibt die finanzielle Lage von Siemens Energy ein Diskussionspunkt.

Blick auf den Elektrolyseur für die Herstellung von grünem Wasserstoff bei Air Liquide. (Archivbild).
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Der Energietechnikkonzern Siemens Energy und das französische Gasunternehmen Air Liquide stärken ihre Zusammenarbeit beim Ziel der Dekarbonisierung der Industrie. Dazu soll in einem Joint Venture die Produktion von Elektrolysemodulen im industriellen Maßstab in Berlin angeschoben werden – zur Eröffnung der Gigafactory wurden am Mittwoch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sowie Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Frankreichs Industrieminister Roland Lescure erwartet.
Siemens Energy will an dem Standort in Berlin Module für Wasserstoffelektrolyseure im Gigawattmaßstab herstellen. Damit vollzieht das Unternehmen den Schritt zur industriellen Serienproduktion. Die Elektrolyse ist für die Herstellung von grünem Wasserstoff notwendig, der in der Zukunft fossile Brennstoffe etwa in Chemiefabriken, Stahlhütten oder bei Zementherstellern ersetzen soll.
Elektrolyseure sind Geräte, die auf industriellem Weg Wasser in die Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff zerlegen. Wenn der dafür verwendete Strom aus Quellen wie Wind- und Solarenergie oder Wasserkraft stammt, wird er grüner Wasserstoff genannt.
Siemens Energy verhandelt über Staatshilfen
Die Bundesregierung will den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft hierzulande beschleunigen. Nach der neuen Nationalen Wasserstoffstrategie soll die Produktionskapazität in Deutschland bis 2030 auf zehn Gigawatt steigen.
Die Investitionen in die Gigafactory in Berlin belaufen sich auf 30 Millionen Euro – drei Viertel davon werden von Siemens Energy finanziert, der Rest von Air Liquide. Die Produktionsstätte liegt im Stadtteil Moabit, sie umfasst etwa 2.000 Quadratmeter und läuft vollständig automatisiert. Sie hat eine Produktionskapazität von derzeit einem Gigawatt pro Jahr, bis 2025 können drei Gigawatt erreicht werden.
Siemens Energy ist finanziell stark angeschlagen. Das Unternehmen verhandelt derzeit mit der Bundesregierung über mögliche Garantien in Milliardenhöhe. (afp/dl)
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