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Shen Yun in Köln

Opernsänger: „Außergewöhnlich strahlende Stimmen“

Bei der letzten Shen Yun-Veranstaltung im Kölner Musical Dome am Dienstagabend waren gleich mehrere Opernsänger im Publikum.

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Samuel Youn.

Foto: NTD.

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Lesedauer: 8 Min.

„Das war eine sehr großartige Kunst“, sagte Samuel Youn, Solist an der Oper Köln, nach der Abendvorstellung der Künstlergruppe Shen Yun Performing Arts am Dienstag im Musical Dome. Sowohl der Tanz als auch die Musik haben ihm „sehr gut gefallen“. Der südkoreanische Bass-Bariton ist weltweit einer der gefragtesten Sänger seines Fachs und begann seine Laufbahn am Internationalen Opernstudio der Oper Köln. Mittlerweile ist er dort fest engagiert.
„In dieser Pandemiezeit ist es sehr schwierig, Künstler auf der Bühne zu sehen. Und diese schönen, außergewöhnlichen körperlichen Bewegungen, die Shen Yun zeigt, das war wirklich wundervoll“, sagte Youn. „Mit dieser Kunst bringen sie den Leuten weltweit wirklich Emotionen.“
Als Opernsänger hatte er ein besonderes Augenmerk auf den Gesang.
„Das war ein spezieller Klang vom Tenor. Und auch der Sopran – beide haben sehr gute Stimmen, außergewöhnlich strahlende Stimmen gehabt“, sagte Youn.
Das Außergewöhnliche an den asiatischen Stimmen sei die Stimmfarbe. „Sie haben noch mehr Resonanz als westliche Stimmen. Das hat viele Vorteile. Wir können in noch mehr anderen Sprachen und Gesangsarten singen. Das ist ein außergewöhnlicher Vorteil.“
Dass gute Musik eine heilende Wirkung hat, habe er heute zum ersten Mal gehört. „Es war schon sehr, sehr eindrucksvoll“, sagte er. Shen Yun habe es geschafft, über Tanz, Stimme und Musik zwischen der europäischen und der asiatischen Kultur Brücken zu bauen.
„Das hat gut funktioniert, die asiatische Musik gehört nicht nur den Asiaten. Diese Musik und der Tanz können Menschen wirklich weltweit inspirieren.“
In den USA war der Opernsänger über Werbung auf das Ensemble aufmerksam geworden, wo die Künstler in vielen amerikanischen Städten auftreten. Es wundere ihn nicht, dass Shen Yun bereits mit sieben Tourneegruppen gleichzeitig unterwegs ist.
„Die Zuschauer mögen diese Veranstaltung“, sagte Youn, „da bin ich mir sicher.“

Tenor: „Ich ziehe meinen Hut vor dem Tenor“

Eduard Unruh, Tenor am Aalto-Theater in Essen, wurde von einer Bekannten mit seiner Frau zu Shen Yun eingeladen. Unbekannt war ihm die Aufführung nicht, da das chinesische Künstlerensemble bereits einmal am Aalto-Theater aufgetreten war und viele Kollegen bereits davon geschwärmt hatten.

„Es war ein ganz neuer Eindruck. Es ist total faszinierend und wenn sich die Gelegenheit noch mal ergibt, dann kommen wir gerne wieder“, resümierte er seine Eindrücke nach der Show gegenüber dem chinesischsprachigen Fernsehsender NTD.
„Ich fand die Show ganz toll“, sagte Unruh. „Die Künstler sind mit sehr viel Begeisterung, vielleicht [gerade wegen der Pandemielage] mit sogar noch mehr Begeisterung auf der Bühne und im Orchestergraben präsent gewesen.“
„Es war auch sehr schön, etwas aus einer anderen Kultur in Tanzform dargestellt zu sehen. Das war ganz spannend“, sagte der Opernsänger weiter.
Auch die Kombination aus westlicher und östlicher Musik hat ihm gut gefallen: „Das ist sehr geschickt und sehr schön gemacht.“
Zu dem Auftritt des chinesischen Tenors sagte er: „Viel Respekt, muss ich sagen, vor den Kollegen. Die Worte werden oft anders ausgesprochen als bei uns. Das im Gesang auszudrücken, stelle ich mir sehr schwer vor. Aber das hat der Kollege sehr gut gemacht. Und da ziehe ich meinen Hut vor ihm.“

Eduard Unruh.

Foto: NTD

Verschmelzung von Tänzern, Bühne und der animierten Bühnenleinwand

Doch nicht nur das Musikalische beeindruckte den Profisänger: „Es war sehr interessant, wie die Tänzer in den Bildern verschwunden sind und wieder aus den Bildern quasi auf die Bühne gekommen sind“, so Unruh weiter. „Das ist sehr clever gemacht und super getimt. Ich kann mir vorstellen, dass das nicht so einfach ist, weil Bühnen oft unterschiedliche Größen haben. Aber es schien alles perfekt geklappt zu haben. Fand ich wirklich toll.“
Die visuelle Verschmelzung von digitalem Hintergrundbild und Bühnengeschehen ist eine Erfindung von D.F., dem künstlerischen Leiter von Shen Yun. Die Erfindung wurde 2016 patentiert und ermöglicht es den Darstellern, sich zwischen Bühne und animiertem Hintergrund hin- und herzubewegen. So werde die Bühne ins Grenzenlose erweitert, heißt es dazu im Programmheft. Die Animation erscheine als lebensechte Fortsetzung der Darsteller und könne das Publikum sofort in eine andere Zeit und an einen anderen Ort versetzen.

Bass-Bariton: „Sehr interessant und hochaktuell“

„Shen Yun ist etwas völlig Neues für mich“, sagte Jan Schulenburg, Mitglied des Opernchores des Aalto-Theaters in Essen. „Ich bin ja kein Tänzer. Heute wurde mir tatsächlich eine neue Kunstart gezeigt, Ballett kennt man ja schon. Besonders haben mir heute Abend die sehr politischen Beiträge gefallen, also vor allem im ersten Teil das Stück mit der Organspende.“
In dem Stück „Der Irrsinn am Ende der Tage“ thematisiert Shen Yun, wie friedliche Menschen in China wegen ihres Glaubens als lebende Organspender verfolgt und ermordet werden. Zugleich ist es aber ein Stück voller Spiritualität und Hoffnung. Darin tötet ein Militärarzt unwissentlich die eigene Tochter, weil diese mit einer anderen Falun Gong-Praktizierenden verwechselt wird. Jedoch findet das Stück wegen des Glaubens der Tochter an Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht ein gutes Ende.
„Ich finde das sehr mutig, dass Shen Yun das auf die Bühne bringt. Mit den Bühnenbildern zusammen, also die Kombination mit der Video-Installation, das finde ich sehr interessant und hochaktuell. Ich würde mir noch mehr von solchen politischen Tanz-Einlagen wünschen, sehr gerne”, so der Bass-Bariton-Sänger.
„Ja, wir haben einen großen Luxus hier in Deutschland: die Kunstfreiheit“, sagte Schulenburg. „Wir dürfen hier alles sagen, auch was schlecht läuft. Wir dürfen das trotzdem äußern, zusammen besprechen und in der Gemeinschaft werten. Und das ist ja, ich glaube, eins der größten … also der größte Luxus für die Kunst, dass wir das sagen dürfen. Ich finde es schön, dass Shen Yun heute Abend so ein Stück auf die Bühne gebracht hat.“

Jan Schulenburg.

Foto: NTD.

Wer Shen Yun in Deutschland sehen will, muss sich bis März gedulden. Dann wird das New Yorker Ensemble im Zuge der Europatournee als Nächstes wieder vom 11. bis 13. März in Mülheim an der Ruhr in Deutschland zu sehen sein. Nach weiteren Auftritten in Frankreich, England, Spanien, Polen und Österreich wird Shen Yun in Deutschland auch noch nach Berlin, Ludwigsburg, Bremen, Füssen, Mannheim und Frankfurt kommen:

Shen Yun-Aufführungen 2022:

7.–11. Jan. 2022Köln, Deutschland
24.–26. Jan. 2022Salzburg, Österreich
11.–13. März 2022Mülheim an der Ruhr, Deutschland
28.–30. März 2022Berlin, Deutschland
9.–13. April 2022Ludwigsburg, Deutschland
15.–17. April 2022Bremen, Deutschland
20. April–1. Mai 2022Berlin, Deutschland
28.–30. April 2022Graz, Österreich
4.–8. Mai 2022Füssen, Deutschland
10.–12. Mai 2022Mannheim, Deutschland
31. Mai – 3. Juni 2022Frankfurt am Main, Deutschland

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