CDU empört über “bereinigte Anzeigenstatistik” von sexuellen Übergriffen in Köln
Von 500 sexuellen Übergriffen zu Silvester in Köln sind bislang lediglich 17 in die offizielle Polizeibilanz eingegangen, konstatiert Ina Scharrenbach. Die CDU-Politikerin fragt nun, wie es zu dieser "bereinigten Statistik" kommen konnte.

Zahlreiche Menschen sind in der Silvesternacht in Köln auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs; es kam zu Ausschreitungen und massenhaften Übergriffen.
Foto: Markus Boehm/dpa
Nur 17 der insgesamt 500 sexuellen Übergriffe der Kölner Silvesternacht sind zwischen April und Juni in die Kriminalstatistik eingegangen. “Das raubt mir den Atem”, erklärt CDU-Politikerin Ina Scharrenbach, berichtet der “Express”.
Demnach gebe es mehrere Ordner mit Strafanzeigen von Opfern sexueller Übergriffe am Kölner Dom. In der polizeilichen Kriminalstatistik für Köln hat der Sex-Mob jedoch nicht zu einem rapiden Anstieg der Fallzahlen im Januar geführt.
Landestagsabgeordnete Scharrenbach möchte wissen, wie es zu so einer “Bereinigung” der Statistik kommen kann und fragte bei NRW-Innenminister Ralf Jäger an.
Nur schwerwiegende Fälle werden gelistet
Die Daten werden erst verwertet, wenn die Fälle an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurden, so der SPD-Politiker. “Dies ist bei zunächst hohem Ermittlungsaufwand insoweit nicht immer auch der Monat, in dem die Tat begangen wurde”, so Jäger. In der Statistik werden zudem nur schwere Fälle gelistet.
Bei den meisten Taten handele es sich aber strafrechtlich um Taschendiebstähle und Beleidigungen auf sexueller Grundlage, erklärt das Innenministerium gegenüber der Zeitung.
Empört reagiert Scharrenbach auf die Begründung: Offenbar seien die Delikte aus der Silvesternacht “nicht schwerwiegend genug, um erfasst zu werden.”
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